Montag Sep 06

Qualitätskontrolle in der Fleischproduktion durch Laser

Ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) arbeitet an einem Verfahren, bei dem mit Hilfe von Laserlicht die Frische von Fleisch bestimmt werden kann. In der Praxis kommen dabei ein taschenbuchgrosser Handscanner und intelligente Plaketten bzw. Etiketten zum Einsatz. Das Ergebnis ist ein verlässlicher Datensatz über den Zustand des Fleisches während des gesamten Produktzyklus, von der Schlachtung bis zum Endverkauf.

Der Scanner arbeitet mit gefärbten Laserstrahlen, die abhängig vom Frischezustand des Fleisches unterschiedlich gestreut und reflektiert werden (Raman- bzw. Fluoreszenz-Spektroskopie) schreibt die ermittelten Informationen über einen Funkchip in die Etikette und liest dort bereits befindliche Daten aus. Hieraus ergibt sich ein Gesamtbild der Dauer und der Qualität von Lagerung und Verarbeitung, bei der auch Daten über Feuchtigkeit und zum Lichteinfall mit einbezogen wurden.

Über einen Touchscreen sind die Messergebnisse übersichtlich angezeigbar. Zur Zeit hat das Gerät etwa die Grösse eines Taschenbuchs. Die Etiketten sind lassen sich neu aufladen und sind mehrfach verwendbar. Auf diese Weise ermöglicht das Verfahren präzise Aussagen über die Beschaffenheit des Fleisches und bezieht dabei zusätzlich weitere Parameter wie die Art der Verpackung oder den Gefriergrad mit ein. 

Die Mikrosystemtechnik wird macht den Produktzyklus vom Erzeuger über Verarbeitung, Transport und Weitergabe zum Verbraucher durch Groß- und Einzelhandel überschaubar und transparent. Die Lagertemperatur kann regelmässig gemessen werden und Unterbrechungen in der Kühlkette sind sofort erkennbar. Die Frische des Produkts ist an jedem Punkt messbar und seine Behandlung über gesamten Zyklus hinweg kontinuierlich dokumentiert und abrufbar.

Gegenwärtig wird das "FreshScan" System in der Schweinefleischproduktion getestet und verbessert. Später soll es auch in anderen Bereichen kommerziell anwendbar sein. Das vom BMBF geförderte Projekt vereint Forscher aus dem Ferdinand-Braun-Instituts für Höchstfrequenztechnik (FBH), des Max Rubner-Instituts (MRI), des Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB) und der TU Berlin. Ziel ist es künftig, die Vorteile der eingesetzten Spektroskopieverfahren möglichst optimal zu kombinieren und die Technik weiter zu miniaturisieren.

www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/170234/